„Put people first!“

31. Oktober 2018 - Ralf Hildebrandt

„Put people first!“ Darum geht es heute, sehr verehrte Leserinnen und Leser. 

Wahrscheinlich tun Sie das routinemäßig; Sie putten people first. Zumindest dort, wo es nützlich und angebracht ist. Was für Sie Routine ist, scheint anderswo immer einmal wieder eine brandheiße Sache zu sein: „Talent-Management“ taucht als Top-Thema auf. Das Gebot der Stunde ist dann: die Leute sind wichtig! (Digitalisierung hin und her).

Jüngst hat das auch eine Studie untermauert, die es mit dieser Botschaft in einen viel gelesenen Newsletter geschafft hat: „Lange Zeit kam es für ökonomischen Erfolg vor allem darauf an, ausreichend Finanzmittel zu allokieren.“  Aber nun – halten Sie sich fest: „Für nachhaltige Business-Ergebnisse sind die positiven Effekte von effektivem Talent-MANAGEMENT (nicht etwa die Effekte der Talente selbst) von herausragender Bedeutung.“

Das überrascht Sie nicht? Sie haben sich das in etwa so schon länger gedacht? Gut – damit ist Ihre Ahnung nun auch betriebs-wissenschaftlich gesichert. Dann besteht ja Einigkeit.

Nach der Erkenntnis aus der Studie (Juli 2018) – bahnbrechend oder nicht – folgt im Newsletter sogleich eine Empfehlung in Form von  „5  Practices of Excellence“, die im Zentrum effektiven Talent-Managements stehen. Und selbstverständlich das Angebot, bei deren Umsetzung gerne zu unterstützen. Könnte man eigentlich gleich loslegen.

Aber Moment noch. Angenommen, man versteht unter Talent keinen „Skillset“, sondern Können. Nicht ein normiertes „Set“, sondern Individualität? Dann wird man wohl einsehen müssen, dass Können (im Gegensatz zu einem Skill = Wissen) Privatsache ist. Es klebt am Könner. 

Bei gleichem Wissenstand unterscheiden sich Menschen durch ihr Können. Ihr Talent ist das, was Menschen besonders macht.

Jemand der Talent zum Kochen hat, wird aus einem Rezept etwas anderes machen, als jemand, der schon bei einer Tiefkühlpizza an seine Grenzen stößt. Die Ingebrauchnahme des Besonderen, lässt sich nicht durch Verallgemeinerung mit einer Handvoll „Practices“ (Rezepte) managen. Normierung ist kein Mittel bei Dynamik. 

Bis übernächste Woche!

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