Der bringts nicht

6. August 2021 - Ralf Hildebrandt

Muss Leistung beurteilt werden, liebe Leserinnen, werte Leser?

Das kommt darauf an.

Glücklicherweise kann man sich das meistens sparen, das ist ja nicht unbedingt angenehm (mit “beurteilen” ist hier bewerten gemeint, nicht messen – messen ist trivial). In den meisten Organisationen kann man auf Leistungsbeurteilungen verzichten, in Unternehmen nicht. Um Dynamikprobleme zu lösen, sind Unternehmen darauf angewiesen ständig zu lernen, was mit eigenen Strukturen und Kompetenzen möglich ist. 

Eine Voraussetzung dafür ist, sich darüber einig zu sein, was (eine) Leistung ist. Und eine zweite ist, zu wissen, an wem man sich ggf. orientieren kann. Und das gilt auch umgekehrt. Damit ist natürlich nicht gemeint, herauszustellen, an wem man sich nicht orientieren kann. Gemeint ist, dass auch, wer zu wenig leistet, davon wissen muss. Wie sollte er (oder sie) sonst dazulernen können. 

Wenn man sich nicht traut, jemandem zu sagen, dass er es nicht bringt, erfüllt das den Tatbestand der Verwöhnung.

Wer das nicht deutlich genug gesagt bekommt, und zwar so, dass er es verstehen kann, kann sonst nicht mitbekommen, dass er es nicht bringt. Die Welt ist in Ordnung, es gibt keinen Anlass, sich zu verbessern.

Und das ist ein unverantwortlicher Umgang mit dem, was aus einem Menschen werden könnte.

Man hofft natürlich, dass man sich das als Führungskraft ersparen kann. Es wäre schöner, wenn es reichen könnte, einfach nur nett zu sein. Aber es reicht nicht, in einem Unternehmen reicht es nicht. Die Mitarbeiter müssen über beides informiert sein – über die besonderen Leistungen, die sie vollbringen und über fehlende Leistungen. 

Bis übernächste Woche!

 

 

 

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