Machen wir, Chef!

30. Januar 2020 - Ralf Hildebrandt

Und was macht man, wenn der Chef nicht weiß, was man machen soll? Nicht wissen kann, was man machen soll? Weil er zwar Chef, aber auch viel zu weit vom Geschehen bzw. Problem entfernt ist?

Was macht man dann, liebe Leserinnen, werte Leser?

Unter Dynamik sind Chefin und Chef kompetenzmäßig öfters (ganz) weit weg. Trotzdem muss eine Entscheidung getroffen werden, die ins große Ganze passt. Sonst geht es ja nicht weiter. Also wird etwas entschieden. Und unter Kollegen schüttelt man den Kopf. Das hätte sie (oder er) aber wirklich besser wissen können!

Nun ja – das konnte sie (oder er) eben nicht. Und nu´? 

Um von durch Dynamik induzierter Unwissenheit und fehlender Kompetenz entgegenzuwirken, hat sich in dynamikrobusten Strukturen das 

Prinzip der Zusicherung *

bewährt. Niemand nennt es so – es hat im Organisationsalltag keinen Namen. Formal ist es unbekannt. Aber als Element der Hinterbühne (bzw. informaler Organisation) wirkt es. Sie kennen es bestimmt. Es ist schnell erklärt:

In konventioneller Organisation regelt man “Lieferungen” ** von Kompetenz und Argumenten über Vereinbarungen meist asymmetrisch. Die eine Seite “berichtet” der anderen über das, was sie zu berichten hat. Dabei sichert man sich für den Fall ab, dass die Vereinbarung nicht eingehalten wird. 

Unter Dynamik ist das Absichern nicht mehr möglich, weil Chefin und Chef nicht wissen, was sie nicht wissen. Und ob sie überhaupt, selbst wenn sie es wüssten, auch kompetent wären, eine Entscheidung von Qualität zu treffen, ist fraglich. 

Das Prinzip der Zusicherung bedeutet, dass sich Chefin und Chef ohne eigene Prüfung vor einer Entscheidung auf ihre Leute als “Lieferanten” von Gegenargumenten bzw. Gegenkompetenz verlassen können. Auch, wenn das unangenehm ist (für beide Seiten). Für eine hohe Entscheidungsqualität ist es notwendig und von gemeinsamen Interesse.

Es sei denn, die Konkurrenz macht es auch nicht besser. 

Bis übernächste Woche!

* Der Begriff stammt aus der objektorientierten Softwareentwicklung
** Lieferanten gibt es streng genommen nur außerhalb der Organisation – deshalb in “”

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