Entwickeln Sie etwa Organisation?

4. Februar 2016 - Ralf Hildebrandt

Es gibt Grund zur Vermutung, dass einige von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, “heimlich” Organisationsentwickler sind. Und dass das Ihnen gar nicht bewusst ist. Schauen Sie einmal auf Ihre Visitenkarte. Steht da etwas davon? Nein. Und auch in Ihrer Signatur findet sich nichts, was darauf hinweisen würde?

Nein, natürlich steht da nichts von Ihrer “Backstage”-Funktion.

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Warum ist das so? Da steht nur das, was Sie vorne auf der Bühne darstellen: Controller, Projektleiter, Assistenz der Geschäftsleitung, Verkauf, Marketing, Training. Da steht nichts davon, wie Sie die Wogen glätten, wenn das Schiff allzu sehr schaukelt. Wie die Stimmung sich dreht, wenn Sie vorbeischauen, nachdem der Chef sich im Ton vergriffen hat. Oder wie Sie mit List und Humor dem internen Prozessgehake doch noch ein innovatives Kundenangebot entlocken konnten. 

Sicher – man weiß schon, dass man sich am Besten an Sie wendet, wenn man mit bestimmten, unvorhersehbaren “Themen” bei Ihnen aufschlägt. Aber ist es Ihnen selbst einmal aufgefallen? Das ist das Blöde an Talent. Wenn man es hat, fällt es einem meist nicht auf. Es fällt einem leicht, dass einem zu einem bestimmten Thema immer wieder etwas einfällt. Aber ist das der Rede wert? Fühlt sich doch gar nicht wie harte Arbeit an…. und das soll etwas Besonderes sein? Ist es. 

Auch unter den Abonnenten unseres Newsletters gibt es heimliche Organisationsentwickler. Ohne offizielles Mandat. Es sind Talente, die für andere ansteckend sind, die andere neugierig machen. Das sind keine besseren Menschen – tut mir Leid. Sie sind, wie sie sind. Sie “erzeugen” in bestimmten Situationen ein Gefühl, dass etwas nicht so bleiben kann, wie es ist: die Qualität, der Service, das Kundenprojekt, die Technologie… irgendetwas holt sie zu unmöglicher Zeit aus dem Bett. Das kann ihnen selbst sogar lästig sein. Man hätte doch gerne auch einmal seine Ruhe vor sich selbst.

Solche “heimlichen” Organisationsentwickler tragen eine bestimmte Haltung mit sich herum, die für andere ansteckend sein kann: 

  • sie denken das eigene Unternehmen nicht defizitär – es ist nur ein Deckel drauf
  • sie sehen nicht die Menschen als das Problem – das muss ´was anderes sein
  • wenn etwas ausgerollt wird, werden sie misstrauisch (und wissen nicht, warum)
  • sie können eine Arbeitsgruppe zusammenstellen, wissen aber auch, dass ein Team Glücksache ist
  • wissen, dass das Organigramm bei Dynamik nichts hilft
  • versuchen nicht, der Organisation etwas aufzuzwingen, sondern gehen irgendwie listiger vor…

Und so weiter. Sie sehen schon. Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, wenn man dem Verstand zugänglich machen will, was Hand und Fuß schon lange können. Das Neue hat meist noch keinen Namen und versteckt sich aus guten Gründen.

Wenn Sie für sich selbst ein wenig Licht ins talentierte Dunkel bringen wollen, bietet sich vielleicht am 2.3. abends ein Besuch der Tallence Lounge in Frankfurt an.
Dr. Wohland ist zugegen und berichtet dort über dynamikrobuste Höchstleister. Sie sind herzlich eingeladen. 

 

Bis nächste Woche!

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