Schrumpfende Märkte?
13. März 2026 - Ralf Hildebrandt
Liebe Leserinnen, werte Leser,
wenn Märkte schrumpfen, dann bleibt in vielen Unternehmen nur ein Gedanke: Na klar, wir schrumpfen mit.

Dabei wird übersehen, dass es schrumpfende Märkte, denen Unternehmen machtlos ausgeliefert wären, genaugenommen gar nicht gibt. Ein Markt ist nichts Reales, was man greifen könnte, oder irgendein Ort (China), sondern ein kommunikatives Gebilde *, welches aufgrund eigener Kompetenzen entsteht. Oder anders gesagt:
Einen Markt handelt man sich ein, und zwar auf Basis seiner eigenen Kompetenz, weil man für Kunden und gegen Konkurrenten wertschöpfend tätig wird (ist).
Für jedes neu gegründete Unternehmen, das mit seinem Geschäft bei Null beginnt, ist das eine Binsenweisheit. Mit der Zeit geht der Zusammenhang dann aber oft verloren (wird vergessen), bis man irgendwann glaubt, dass „der“ Markt etwas wäre, was gegeben ist. Und was man, wie sein eigenes Schicksal, als gegeben annimmt, kann dann natürlich auch, wenn es dumm läuft, schrumpfen.
Was hingegen schrumpfen kann, tatsächlich, ist die eigene Kompetenz. Zum Beispiel, weil man lange in seinem Markt erfolgreich war, und die Binse dabei ebenso in Vergessenheit geraten ist, wie das eigene Können **. Statt nur zu schrumpfen wäre es dann hilfreich, sich wieder seiner Talente *** zu erinnern, um die Probleme sich dynamisch verändernder Märkte in Gebrauch zu nehmen, und damit sich und seine Kompetenzen zu entwickeln.
Dynamikrobuste Unternehmen kennen keine schrumpfenden Märkte.
Bis übernächste Woche!
* Systemtheoretiker sprechen vom Markt „als interner Umgebung der Wirtschaft“ (Niklas Luhmann), oder auch vom Markt als „Kopplungsmedium zweier Vielfalten von Kunden und Konkurrenten“ (Dirk Baecker, Gerhard Wohland).
** Kompetenz besteht nicht nur aus Wissen, sondern auch aus Können. Können ist die Fähigkeit einer Person, in (vom Verstand) unverstandenen Problemsituationen problemlösende Gefühle zu erzeugen. Können entsteht durch Üben auf Basis von Talent.
*** Talent ist die Gabe (eine Eigenschaft des Körpers), in bestimmten Problemsituationen problemlösende Gefühle zu erzeugen, und damit die Voraussetzung für Können.
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