Schwör, ey!

18. Februar 2022 - Ralf Hildebrandt

Liebe Leserinnen, werte Leser,

„Schwör, ey!“ ist unter Heranwachsenden eine gebräuchliche Redewendung. Damit soll bekräftigt werden, dass bestimmte Versprechungen wirklich, wirklich ernst gemeint sind: „Ich hab Deinen Schokopudding nicht gegessen, Dana – schwör, ey!“ Beim Schwur überzeugt sich die Beschworene mit einem umsichtigen Blick davon, dass der Schwörende den Schwur nicht hinterrücks mit gekreuzten Fingern aufhebt (weil er den Schokopudding doch gegessen hat und schlechtes „Karma“ fürchtet, im nächsten Leben dann).  

Geschworen wird, wenn Misstrauen besteht und übliche (oder die üblichen) Versprechungen nicht reichen. Wenn sich ein Unternehmen eine Misstrauenskultur einhandelt (beispielsweise, weil unter Dynamik immer häufiger außerhalb bestehender Anordnungen gehandelt werden muss, und das vernünftige Verhalten als Mangel an „Commitment“ missverstanden wird), kann das Misstrauen nicht durch die in einer Vertrauenskultur wirksamen Argumente und Versprechungen beeinflusst werden. Je mehr das Management seine Absichten beteuert, umso größer wird das Misstrauen, denn

Aufrichtigkeit ist nicht kommunizierbar.

Bei Misstrauen kann man sich auf den Kopf stellen, es hilft nichts. Was andere von den eigenen Beteuerungen halten, bestimmt man nicht selbst. Im Gegenteil. Mit jedem weiteren Versuch wieder Glaubwürdigkeit herzustellen, nimmt das Misstrauen zu.

In dieser Situation kann Aufrichtigkeit nur durch Taten bewiesen werden. Nur eine Tat, die nicht zurückgenommen werden kann und mit der das Management gleichzeitig eigenes Risiko übernimmt, kann als Beweis wirken (kann!) und das misstrauische Sozialsystem aus dem Trott bringen. 

Was für eine Tat das sein könnte?

Das kommt auf die misstrauische Kultur an und auf das Management – aufrichtigem wird immer etwas einfallen, wenn Versprechungen nicht reichen. Und natürlich muss erst einmal bekannt sein, dass Aufrichtigkeit nicht kommunizierbar ist.

Bis übernächste Woche!

 

 

 

 

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