Wie gehen Unternehmen mit Dynamik um?

7. November 2025 - Ralf Hildebrandt

Liebe Leserinnen, werte Leser,

heute schreibe ich Ihnen, weshalb Gerhard Wohlands Lieblingsantwort auf die im Titel des heutigen Beitrags gestellte Frage lautet, dass Fragen nach dem „Wie“ falsche Fragen sind. Dafür zunächst zum Begriff „Dynamik“ und dann zum „Wie“:

  • Wie Ihnen längst bekannt (oder spätestens gleich) ist Dynamik ein Maß für die Anzahl der Überraschungen, die ein Unternehmen erzeugen oder aushalten muss, um in seinem Markt konkurrenzfähig zu sein. Die Ursache dieser Überraschungen sind Ideen, entweder eigene oder die eines Konkurrenten. Zum Beispiel die Idee eines innovativen Angebots, was einem selbst nun Probleme bereitet, weil man noch keine Ahnung hat (kein Wissen), wie man damit umgehen soll.
  • Wenn nach dem „Wie“ gefragt wird, wird nach Wissen gefragt, jedenfalls meistens. Wenn Sie zum Beispiel von einer geschätzten Kollegin oder Mitarbeiterin gefragt werden, wie sie ein bestimmtes Problem lösen soll, dann will sie wissen, wie man das macht. Und wenn Sie es wissen, dann werden Sie es ihr sagen, damit sie es auch weiß und das Problem lösen kann (oder jemand anderes erzählt es ihr).  

Jetzt zur Lieblingsantwort:

Fragen nach dem „Wie“ sind im Kontext von Dynamik falsche Fragen (weshalb auch jede Antwort darauf falsch wäre), weil es das Wissen, „wie“ man mit den Überraschungen einer dynamischen Marktumgebung umgehen soll, noch nicht geben kann,

sonst wären es keine Überraschungen. Nach jemandem zu suchen, der es haben könnte, macht dann keinen Sinn, man muss es erst erzeugen. Was man dafür braucht ist eine Idee, einen problembezogenen Gedanken, von dem man später vielleicht einmal erzählen kann, wie sich das Problem damit lösen ließ. Wenn überhaupt, denn noch weiß man es ja nicht. 

Und jetzt vom „Wie“ zum „Wer“: 

Menschen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie bezogen auf Probleme, auf zu ihnen passende, spezielle Probleme, nicht mit Unwillen oder Angst reagieren, sondern mit Ideen, nennen wir Talente.

Menschen, die viel wissen (um damit bekannte Probleme zu lösen), nennen wir Experten. Natürlich gibt es auch Talente, die viel wissen, was im Umgang mit Überraschungen aber, wie gesagt, nicht entscheidend ist. 

Ein Unternehmen geht mit den Problemen seiner dynamischen Marktumgebung also nicht auf eine ganz bestimmte Art und Weise um, als Antwort auf die Frage „Wie?“, sondern mit der Suche nach dem „Wer“.

Es sucht nach Menschen, nach talentierten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, die bezogen auf neuartige Probleme mit Ideen reagieren. Für diese Talente muss das Unternehmen attraktiv sein, in der Hoffnung, dass im Falle einer Überraschung zumindest einem dieser Talenten irgendetwas einfällt.


Abbildung: Talent für bestimmte Probleme (was man ihr ohne Problem aber natürlich nicht ansehen kann) 

Dass und was einem Talent dann einfallen soll, kann und muss man ihm oder ihr natürlich nicht sagen, sonst bräuchte man sie ja nicht. Und ob einem dieser Talente etwas einfällt, kann man vorher auch nicht wissen, das bleibt ein Risiko. Was man hingegen wissen kann, zum Beispiel aufgrund dieses Beitrags, ist, dass man zur Lösung seiner Probleme nicht nur Wissen (KI), sondern auch Talente braucht. Und zwar mindestens so viele, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon bei der nächsten Überraschung mit einer passenden Idee reagiert, hoch genug ist, um konkurrieren zu können. Denn natürlich, siehe innovatives Angebot von oben, haben Konkurrenten auch Talente.

Bis übernächste Woche!

 

 

 

 

 

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