Um des lieben Friedens Willen

17. Dezember 2021 - Ralf Hildebrandt

Liebe Leserinnen, werte Leser,

leiten Sie vielleicht ein Unternehmen, eine Abteilung oder einen Bereich mit mehreren Beschäftigten, so etwa 15 bis 35? Oder gehören Sie vielleicht zu den Geleiteten?

Wenn Sie (egal aus welcher Richtung) mit Sozialsystemen solcher Größenordnungen Erfahrung haben, dann wissen Sie, dass die potenziell mögliche Vertrautheit viele Vorteile bieten kann. Zum Beispiel, weil man sich auch abseits von Skillprofil und Jobbeschreibung kennen kann, was die gemeinsame Lösung überraschender Probleme (die zwangsläufig außerhalb von Jobbeschreibungen liegen) erst möglich macht.

Hohe Kollegialität kann aber auch, oder vielleicht gerade deshalb, in Versuchung führen. Zum Beispiel in die Versuchung, auch wesentliche Entscheidungen, die die Unternehmensentwicklung betreffen, „kollegial“ zu treffen – also möglichst viele Kolleginnen und Mitarbeiter daran zu beteiligen. Um des lieben Friedens Willen.

Der Versuchung muss man widerstehen. 

Der Verbrauch von Arbeitszeit ist nur gerechtfertigt, wenn dadurch ein wichtiges Problem gelöst werden kann.

Wenn also eine Gruppe geschätzter Kollegen an der Organisation (mit)-arbeiten will, müssen sie vorher ein Problem (der Organisation) beschreiben und begründen, warum sie eine Chance haben, dieses zu lösen. Ob eine beschriebene Situation ein wichtiges Problem ist, kann dabei nur relativ zu allen anderen Problemen beurteilt werden. Und die einzige Stelle, an welcher alle wichtigen Probleme sichtbar sind, ist die der Abteilungs,- Bereichs,- oder Geschäftsleitung. Dort muss entschieden werden (möglichst mit Begründung), ob das Problem wichtig ist und ob es so gut zur Gruppe passt, dass eine ausreichende Chance auf Lösung besteht.

Die Sehnsucht nach Frieden ist immer verständlich, besonders in der Weihnachtszeit. Aber kein notwendiges Kriterium, um Dynamikprobleme zu lösen.

Ihnen alles Gute und einen friedlichen Start ins neue Jahr!

Bis dann.

 

 

 

 

 

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